Ein frisches Tattoo gleicht einer Schürfwunde. Plane für die Heilung mindestens drei Wochen ein, auch wenn die Haut oberflächlich schon abgeheilt scheint.
Das Tattoo wird entweder mit Frischhaltefolie (A) oder einem Heilpflaster (B) abgedeckt. Je nachdem gelten unterschiedliche Pflegehinweise:
A – Frischhaltefolie: Lass die Folie nach Möglichkeit mindestens drei Stunden auf der Wunde; länger ist auch in Ordnung, maximal jedoch bis zu zwölf Stunden. Unter der Folie sammeln sich Wundwasser und Farbe. Wasche deine Hände immer gründlich, bevor du das frische Tattoo berührst. Nach dem Entfernen der Folie wäschst du die Stelle mit lauwarmem Wasser und pH-neutraler Seife. Lass sie möglichst lange an der frischen Luft trocknen oder tupfe sie vorsichtig mit Küchenpapier trocken. Die Wunde nässt meist noch etwas nach.
Bei bestimmten Berufen kann es sinnvoll sein, für wenige Tage weiterhin einen frischen Folienverband zu tragen. Besprich das bitte mit deinem Tätowierer. Sollten Textilien an der Wunde kleben, löse sie am besten unter fließendem Wasser ab. Wasche das Tattoo nun zwei- bis dreimal täglich. Kurzes Duschen ist erlaubt, Baden oder Aufweichen nicht. Lass die Stelle danach wieder trocknen und creme sie, falls nötig, hauchdünn mit einer Wundheilsalbe (zum Beispiel Bepanthen) ein. Verwende keine anderen Cremes und keine überlagerten oder bereits benutzten Wundheilsalben, bei denen die Tubenöffnung verkeimt sein könnte. Der häufigste Fehler ist zu viel zu cremen. Überpflege erhöht die Entzündungsgefahr: viel waschen und, wenn überhaupt, wenig cremen. Der Schorf löst sich von selbst; kratze nicht daran, auch wenn es juckt.
B – Heilpflaster: Befolge unbedingt die Anweisungen deines Tätowierers dazu, wie lange du das Pflaster auf der Haut lassen sollst. Das Tattoo heilt darunter langsam ab, wodurch der Pflegeaufwand geringer ist. Zu Beginn können sich Blut, Farbe und Wundwasser sammeln; diese werden nach und nach abgebaut. Lass das Pflaster so lange wie möglich auf der Haut, gerne auch länger als besprochen. Entferne es nicht früher als empfohlen, auch wenn es eine Zeit lang unansehnlich aussieht. Eine Ausnahme: Wenn deine Haut allergisch auf das Pflaster reagiert, was du meist innerhalb kurzer Zeit bemerkst, sollte es nicht verwendet werden. Nach der empfohlenen Tragedauer – oder wenn sich die Ecken bereits lösen – ziehst du es am besten vorsichtig unter der Dusche ab. Wasche die Stelle und lass sie an der Luft trocknen. Wenn die Haut sehr trocken ist, kannst du sie bei Bedarf einmal täglich hauchdünn mit einer Wundheilsalbe eincremen. Auch hier gilt: nicht überpflegen und nicht kratzen. Wasche die Stelle auch in den folgenden Tagen gut.
Für alle: Trage während der Heilung möglichst lockere, weite Kleidung und vermeide Belastung und Reibung an der tätowierten Stelle, zum Beispiel durch Träger, Hosenbünde oder Schmuck. Vermeide direktes Sonnenlicht, Chlor- und Salzwasser, Massagen, Sauna und Solarium. Schweiß ist kein Problem. Achte auf saubere Bettwäsche und Handtücher. Vermeide außerdem Kontakt mit Schmutz, Schminke und Enthaarungscremes sowie Rasuren und Wannenbäder.
Meist geht die Heilung schneller als gedacht und ist unkompliziert. Mit zunehmender Tattoo-Erfahrung findest du den für dich passenden Pflegeablauf. Vertraue deinem Körper und hab Geduld; bei richtiger Pflege brauchst du dir keine Sorgen zu machen. An stark bewegten Körperstellen kann sich die Heilung länger hinziehen.
Wenn du unsicher bist oder unerwartete Probleme auftreten, handle nicht eigenmächtig, sondern melde dich sofort bei uns, damit wir die Ursache finden und entsprechend reagieren können.